Leseprobe S. 38
Wie der Drache zu seinem Verdruß feststellte, war der Versuch, das Benzin aus einem Panzer zu bekommen, etwa so, als bemühe man sich, eine Coladose aufzukriegen, wenn der Ring zum Ziehen abgebrochen ist und man keinen Dosenöffner hat. Das Ganze erfordert Findigkeit, Geduld und sehr robuste Fingernägel.
Zwei von dreien reichen im Notfall, und nachdem der Drache seinen Durst gelöscht hatte, entspannte er sich, schloß die Augen und dachte unter kurz- wie unter mittelfristigen Aspekten über die Situation nach.
Die Bildhauerin Bianca erhält den Auftrag eine große Statue herzustellen. Sie entscheidet sich für die Darstellung von Sankt Georg und dem Drachen, doch als das Werk vollendet ist werden die Figuren plötzlich lebendig, beseelt von den Geistern der Dargestellten. Der Heilige Sankt Georg, der sich völlig unheilig verhält, versucht natürlich den Drachen ein zweites Mal zu töten, doch dieser ist damit nicht so ganz einverstanden. Diverse Dämonen und andere merkwürdige Gestalten sorgen für ein turbulentes Durcheinander bei dem man bald nicht mehr weiß wer gut und wer böse ist.
„Immer Ärger mit Georgie“ ist ein sehr humorvoller Fantasy Roman aus der Feder von Tom Holt.
Mit schrägen Ideen und abgedrehten Szenarien weiß Tom Holt zu gefallen, ohne es zu versäumen, dem Roman eine tiefere Aussage zu verpassen. „Was ist gut und was ist böse?“ Eine Frage über die man gerade in der heutigen Zeit mal nachdenken sollte… Sind die Amerikaner wirklich die Guten und die Irakis wirklich die Bösen, oder hängt das alles von demjenigen ab, der eines Tages mal die Geschichtsbücher schreibt? Ab und zu sollte man sich auch mal in die Haut des anderen versetzen, übrigens eine Prozedur, die Tom Holt meisterlich in seinem Roman einsetzt.
Der Roman wäre perfekt wenn da nicht eine Kleinigkeit das Gesamtbild stören würde und zwar der schnelle Wechsel der Handlungsebenen. Man hat manchmal gar keine Zeit sich auf einer Ebene einzulesen, da ist man schon wieder im nächsten Szenario, welches eine Seite später selber auch schon wieder Geschichte ist. Das macht das Lesen ein wenig mühselig, aber der unvergleichliche Humor von Tom Holt macht das größtenteils wieder wett.
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