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Sammlung / Science Fiction / Sonstiges / Mark Brandis / 08. Mark Brandis - Vorstoß zum Uranus II

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Titel: 08. Mark Brandis - Vorstoß zum Uranus II
Bewertung:  (0 Stimmen)
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Rezensionen
Daniel (Daniel):
Dienstag, 09. März 2010
08. Mark Brandis - Vorstoß zum Uranus II

Vorstoß zum Uranus ist der erste Brandis-Roman, der sich nicht dem Kampf gegen den Faschismus widmet. Von Michalewsky, Ende des zweiten Weltkrieges selbst im Widerstand tätig, hatte seine Helden in den ersten vier Bänden die Diktatur des General Smith besiegen lassen. Nun war der Zeitpunkt gekommen, zu neuen Abenteuern aufzubrechen. Als dieser Roman 1972 geschrieben wurde, waren die Mondfahrten der Amerikaner noch im Bewusstsein der meisten Menschen präsent. Hundert Jahre später schickt der Autor seine Helden zum Uranus. Dort strandet das Expeditionsraumschiff und die Astronauten kämpfen ums Überleben. Mark Brandis erhält den Auftrag, mit einem nicht vollständig erprobten Raumschiff eine Rettungsmission durchzuführen.

Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht über den spannenden Inhalt der Erzählung verraten. Eins noch: im Hörspiel spricht Brandis von einem Freund, Grischa Romen, der irgendwo in der Unendlichkeit verschollen ist.

Die Produzenten vertauschen die Reihenfolge der Romane. Das stellt allerdings kein Problem dar, da der siebte Roman, Testakte Kolibri, außerhalb von dem sonst durch die Reihenfolge der Brandisschen Testschiffe vorgegebenen Zeitablauf steht. Ich möchte im Folgenden über die sehr gelungene Umsetzung in das Hörspiel von Folgenreich sprechen. Den Autoren ist es gelungen, die Romanvorlage in einer Art zu bearbeiten, die den Stoff frisch und aktuell erscheinen lässt. Dazu haben sie die Ereignisse auch einige Jahrzehnte in die Zukunft verschoben. Aus heutiger sich erscheint es doch sehr unwahrscheinlich, dass Menschen in sechzig Jahren an den Rand des Sonnensystems vorstoßen. Noch unwahrscheinlicher ist es allerdings, dass Menschen je eine Basis auf der Venus errichten werden.

Während v. Michalewsky die Astronauten noch auf dem Uranus landen lies, ist das Ziel der Expedition in der Adaption der Uranusmond Oberon. Diese Änderung trägt der Tatsache Rechnung, das Uranus ein Gasplanet ist, auf dessen Oberfläche, so sie sich den definieren lässt, keine Landung möglich ist. Im Roman werden, ähnlich wie in den Perry Rhodan Geschichten, von Computern Ausdrucke erstellt, die dann von den Menschen gelesen, interpretiert und deren Ergebnisse in andere Computer eingegeben werden. Ja, so wurde damals gearbeitet. Die Autoren haben diese und zahlreiche andere Details aktualisiert, welche zwar nicht die Spannung beeinflussen, wohl aber das Ambiente der Erzählung. Auch eine Änderung zwar, aber eine notwendige. Im Hörspiel können die Raumschiffe sprechen. Das Sprachinterface hat die Bezeichnung C.O.R.A. enthalten. Eine Anspielung auf die BSG-Folge „The Long Patrol“ ?

Die Sprecher verstehen es durchweg, ihren Figuren Leben einzuhauchen. Die elektronische Musik von Joachim-C. Redeker untermalt die Weltraumoper, wie es der Hörer von heute erwartet. Die Zeiten der klassischen EUROPA Hörspiel Musiken, so innovativ wie diese waren, ist endgültig vorbei. Christopher Franckes Arbeiten zu Babylon 5 könnten als Vorbild gedient haben, ebenso Vangelis Blade Runner. Die Qualität ist entsprechend gut.

Sehr zum Vorteil gereicht es, dass die Produzenten nicht in die hektische Erzählform vieler aktueller TV- und Audio-Erzeugnisse verfallen. Sie geben der Geschichte Zeit, sich zu entwickeln. Sprechpausen von mehreren Sekunden, untermalt und akzentuiert von Musik und Stille geben dem Zuhörer die Chance, sich vollständig auf die Geschichte einzulassen, seine Phantasie die Szenarien visualisieren zu lassen. So wird aus einem hervorragendem Jugendroman (ich weiß: v. Michalewsky hat Mark Brandis nie als solchen gesehen) ein Hörspiel auch und gerade für anspruchsvolle Hörer im Erwachsenenalter.

Ich freue mich schon heute auf die Umsetzung der weiteren Romane und wünsche der Hörspielreihe den Erfolg, den sie verdient.

 

 

Über den Rezensenten

Dr. Daniel Hagedorn hat Physik studiert und arbeitet in der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt im Bereich Forschung und Entwicklung.

Er las seinen ersten Mark Brandis Roman in den 1980er Jahren: Salomon 76.

Als Kind sparte er sein spärliches Taschengeld, um sich so schnell wie möglich den nächsten Band leisten zu können. Daniel Hagedorn hatte die Gelegenheit Nicolai von Michalewsky mehrfach persönlich zu treffen. Besonders stolz ist er auf eine persönliche Einladung Michalewskys zu einem gemeinsamen Essen in dessen Haus bei Bremen.

 

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